junger Igel, von Hund beschnuppert.    Foto: M. Gehret
junger Igel, von Hund beschnuppert. Foto: M. Gehret

Wie bei Vögeln gilt auch hier: Igel sind Wildtiere und keine Haustiere und somit durch das Bundesnaturschutzgesetz geschützt. Die Aufnahme eines Igels ist nur ausnahmsweise bei verletzten oder kranken Tieren erlaubt - danach müssen sie unverzüglich wieder freigelassen werden.

Welcher Igel braucht Ihre Hilfe?

  • Verwaiste Igeljunge, die tagsüber außerhalb des Nests gefunden werden.
  • Offensichtlich verletzte Igel.
  • Kranke Igel, die von Parasiten oder Eiern befallen sind.
  • Nach Wintereinbruch aktive oder abgemagerte Tiere.

Nehmen Sie nur Tiere auf, auf die diese Kriterien zutreffen!

 

Igel im Winter gefunden?

Wichtig ist immer die Witterung! Einen abgemagerten Igel erkennt man wie folgt:


 

  • eingefallene Flanken
  • Dellen hinter den Ohren
  • kranke Igel torkeln tagsüber herum oder liegen apathisch auf der Seite
  • die Igel rollen sich nicht mehr ein.

Auch nach Wintereinbruch herumlaufende Igel sind meist tagsüber unterwegs. Es handelt sich dann meistens um kranke oder schwache Alttiere, oft sind es aber auch Jungtiere, die spät geboren wurden, eventuell auch krank sind und sich wegen des geringen Nahrungsangebots im Spätherbst kein für den Winterschlaf ausreichendes Fettpolster anfressen konnten.

Aber sollte es bei milder Witterung im November und Dezember dem Igel noch nicht gelungen sein ein Winternest zu finden und sich den nötigen Fettvorrat anzufressen, genügt das Angebot von Unterschlupfmöglichkeiten im Garten und eine Zufütterung. Das Nest sollte trocken und ausreichend isoliert (kein komplettes Druchfrieren) sein.

Ein Entnehmen der Igel aus der Natur bei noch milder Witterung ist nicht nötig. Unterstützende Maßnahmen sind ausreichend. Wichtig ist vor allem, dass im Winter keine schon länger bestehenden Laub-, Reisig- oder Holzhaufen verbrannt oder zerstört werden, denn auch da können sich Igel befinden. So werden sie in ihrem Winterschlaf gestört oder schlimmer noch, getötet.

Was Sie tun sollten

  • Funddaten und Gewicht des Igels notieren
  • Fliegeneier, Maden, Flöhe und Zecken entfernen
  • Igel auf Verletzungen untersuchen
  • Unterkühlte Igel wärmen: Unterkühlte Igel sind an der Bauchseite deutlich kälter als Ihre eigene Hand. Setzen Sie den Igel auf eine handwarme Wärmflasche und wickeln Sie beides in ein Handtuch ein.
  • Füttern: Verfüttern Sie eine Mischung aus Katzenfutter, Igeltrockenfutter und ungewürztem Rührei. Igel sind Fleischfresser und essen kein Obst. Zum Trinken stellen Sie ein Schälchen mit Wasser bereit. Geben Sie dem Igel niemals Milch. Er bekommt davon Durchfall und kann daran sterben.
  • Gehege mit Schlafhäuschen einrichten: Das Gehege muss mindestens 2 m² groß sein und ca. 50 cm hohe Seitenwände aus Holz- oder Hartfaserplatten aufweisen. Als Schlafhaus dient ein mit Papier ausgelegter Karton.
  • Suchen Sie sobald wie möglich einen Tierarzt auf